
Nein. Es ist wichtig zu bedenken, dass alle Materialien unterschiedliche Eigenschaften und Auswirkungen haben und dass keines perfekt ist. Ob ein Material pflanzlich, tierisch oder synthetisch ist, keines ist automatisch besser als die anderen, jedes hat seine eigenen, einzigartigen Eigenschaften und Vorteile. Hier sind einige Beispiele:
Baumwoll isch e sehr wasserintensivi Pflanze, wo au vil Dünger verbraucht. Zum Bischpiil bruucht me für d'Produktion vo ere Jeans im Schnitt bis zu 10'000 Liter Wasser. Das isch d'Mängi Wasser, wo en Mänsch in 10 Johr verbraucht.
Leder chunnt us Tierhüüt, was bedüütet, dass es natürlich isch. Allerdings cha es en grosse Ifluss uf Abholzige und d'Frisetzig vo Chemikalie ha. Dägege isch es guets Lederprodukt au sehr langlebig und muess nöd oft ersetzt werde, was de Abfall reduziert, im Gägesatz zu de meiste Plastik-/Veganleder-Alternative.
Wolle und Kaschmir bestönd us erneuerbare Materialie, wo natürli vo Tier produziert werded. Aber gwüssi Praktike chönnd zu Tierwohl-Problem oder Bode-Erosion füehre (das heisst, dass de Bode usdröchnet und nüm fruchtbar wird und nüm für öppechi Ökosystem gäignet isch).
Polyester ist energieintensiver als andere Materialien und verursacht mehr Treibhausgasemissionen. Es wird zudem aus nicht-erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und gibt beim Waschen Mikroplastik ab. Polyester lässt sich jedoch einfacher recyceln.
Viskose wird aus Holzzellstoff hergestellt, der intensiv chemisch verarbeitet wird. Dies bedeutet, dass es sich um einen nachwachsenden Rohstoff (Wälder) handelt. Doch bei nicht nachhaltiger Bewirtschaftung kann Viskose zu Entwaldung und somit zu Treibhausgasemissionen führen.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein neues Material mit einem recycelten oder zertifizierten zu vergleichen, da diese Materialien sorgfältiger hergestellt wurden, unter Berücksichtigung zahlreicher Aspekte, die über die reine Materialgewinnung hinausgehen. Ebenfalls zu vermeiden sind Kleidungsstücke aus Mischgewebe. Zum Beispiel ein T-Shirt aus 55% Baumwolle, 25% Polyester, 20% Acryl. Mischgewebe beeinträchtigen nicht nur die Qualität des Materials und des Kleidungsstücks und somit dessen Lebensdauer, sondern erschweren auch das Recycling erheblich.
Gemäss GOTS können Materialien als biologisch gekennzeichnet werden, wenn mindestens 70% der Fasern aus biologischem Anbau stammen. Fasern, die in einem Material oder Stoff in zu geringem Anteil vorhanden sind, können daher nicht als biologisch gekennzeichnet werden.
Was isch mit de Mischige?
Wenn es Chleiderstück us ere reine Faser bestoht, wie zum Bischpiil "100% Bio-Baumwull", isch s Material biologisch. Wenn e Mischig us zwöi biologische Materialie bestoht (Bio-Baumwull und Bio-Lii), isch si biologisch. Wenn e Mischig zwüsched biologische und synthetische Fasere bestoht (Bio-Baumwull und Polyester), müend mindeschtens 70% vo de Fasere vom Material biologisch zertifiziert sii, damit s Material/Gwäb als eso cha deklariert werde.
Was passiert, wänn d'Bio-Faser zu Stoff verarbeitet und mit ere chemische Farb gfärbt wird?
Bio-Fasere/Materialie/Produkt beziehe sich nume uf d'Art, wie d'Faser(e) agboue worde sind (lueg Definitio obe). Drum werde Prozäss wie s'Färbe nöd berücksichtigt.